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Also mal ganz frei raus…ich habe selbst überhaupt keine Ahnung was alles in diese Rubrik rein gehört, nicht reingehört…genannt werden sollte oder nicht….ich mache das jetzt einfach mal wie es das Wasser macht! Ich lasse es einfach mal laufen….und am Ende wird man schon sehen wo alles hin geflossen ist! 🙂

 

Sunious Smiles der Oktopus

Umgeben von zahlreichen wunderschönen Korallen, Wachsrosen, Muscheln und Schnecken, der launischen Nachbarin Moody Muräne sowie des ständig hungrigen Nachbarn Hangry Krabbe wohnt auf dem Meeresboden des Mittelmeers in einem zerbrochenen alten Tonkrug der farbenfrohe Sunious Smiles.

Sunious Smiles ist ein wunderschönes Exemplar von einem Oktopusmännchen. Und eigentlich nennen Ihn auch alle nur Sunny. Seinen Spitznamen erhielt er einst von seiner Nachbarin Moody Muräne, welche seine freudige und freundlich und zuvorkommende Art sowie sein breites Grinsen sehr mag und ihm versicherte, dass sein Lachen so strahlend und warm wie die scheinende Sonne sei. Doch nicht nur sein Lachen ist “Sonnig”, sondern auch sein Aussehen. So hat Sunny einen hellgelben Kopf welcher mit grünen Sommersprossen übersäht ist, lockiges Oktopushaar auf dem Kopf, sowie eine Art Bart der um seine Atemlöcher wächst. Und dann gibt es natürlich noch seine 10 regenbogenfarbigen Tentakelarme sowie sein auf erstaunliche Weise präzise funktionierendes Oktopusgehirn. Mit seinen 10 Armen ist Sunny sehr talentiert. So kann er gut mit Muscheln jonglieren, kennt die besten Seafood Zubereitungsarten (unter Zuhilfenahme von 10 Armen ist das zubereiten eines Meer-Gänge-Menüs ein Klacks) und daneben kennt sich Sunny auch richtig gut im Mittelmeer aus.

Durch sein faszinierendes Aussehen ist Sunny im ganzen Mittelmeer sehr beliebt. Überall wo er ist, sammeln sich die Meeresbewohner um ihn und wollen mit ihm reden, spielen und manche einfach nur in seiner Nähe sein um ihn zu bewundern oder auch etwas Farbe und Glanz für Ihr eigenes Leben abzubekommen. Wenn Sunny ehrlich ist, mag er es wenn sich die Meeresbewohner von außen um ihn scharen. Denn das gibt ihm meist ein sehr gutes Gefühl. Sobald sich alle Bewunderer aber wieder ihrem Alltag widmen und weg sind, ist Sunny innerlich meist recht traurig. Denn dann ist er mit sich alleine, was ihn verunsichert, denn dann versuchen sich jene Gefühle aus seinem Innern Platz zu verschaffen, die in der Menge der Bewunderer wenn überhaupt eher leise zu Ihm flüstern. So kommt es, dass sich Sunny dann meist in seinen Tonkrug zurück zieht, schmollt anstatt zu lachen, niemanden sehen will, alle Tentakeln einstülpt und so tut als wäre er gar nicht da…er versucht dann quasi mit dem Tonkrug zu verschmelzen. Unsichtbar zu werden, sich von seiner Umwelt und den Meeresbewohnern abzuschotten. Manchmal lässt er sich vor dem Abtauchen auch noch vom Seeigel Dan Psyco pieksen um durch den Vergiftungsrausch seine Gedanken zu vernebeln. Denn Sunny schämt sich für seine nicht so schönen Gefühle, sein trauriges Gesicht, für Tränen und möchte auf keinen Fall das Bild des “fröhlichen Sunny Smiles” gefährden.

Diese Abschottungs-Strategie hat eine ganze Weile ganz gut geklappt, aber Sie hilft Sunny in letzter Zeit immer weniger. Tief im Innern weiß er, dass er gerne etwas ändern möchte. Sunny wünscht sich, sich auch seinen nicht so schönen Gefühlen zu stellen und dass auch mal jemand bemerkt, dass er nicht nur schön, immer lustig ist und viel lacht. Denn so wie bei jedem anderen Meeresbewohner auch gibt es auch Wut, Traurigkeit und andere nicht so schöne Gefühle in Sunny bei denen er sich insgeheim wünscht diese auch mal zu zeigen und mit seinem Umfeld teilen zu können. Schlichtweg, er möchte das auch die nicht so glänzenden Seiten an ihm Akzeptanz finden. Zeitgleich befürchtet Sunny, dass seine Öffnung bewirken könnte, dass er dann nicht mehr von allen bewundert wird. Außerdem würde es bedeuten, dass Sunny auch sich selbst in den Zuständen der “nicht-Freude” akzeptieren müsste. Ein regelrechtes Dilemma für Sunny.

Eines Tages, Sunny hatte sich gerade wieder in seinem Tonkrug zurückgezogen, da wurde das Meer sehr unruhig. Ein starker Wasserschwall umfloss plötzlich den Tonkrug – ein Strömungswechsel. Mit der Strömung wurde allerhand Meeresgut und Getier angeschwemmt…eine leere kleine Kaurimuschel, zwei drei Algenfetzen, ein Fischnetz an dem drei Garnelen halt suchend hingen, extrem viele Sandkörner, ein Treibholzstück und ein großes Büschel einer Miesmuschel-Kolonie. Letztere musste vom starken Strömungswechsel von seinem ursprünglichen Platz losgerissen worden sein. Erschreckt über die Wildheit des Meers und in beunruhigenden Gedanken versunken, schob sich Sunny immer tiefer an die Tonkrugwand und beobachtete ganz ängstlich das chaotische Treiben das außerhalb herrschte.

Dann ganz plötzlich sah Sunny ein wunderschönes pinkfarbenes mit blauen Kreisen und Punkten gesprenkeltes Oktopusweibchen sich mehrfach um sich selbst kreisend am Tonkrug vorbei wirbeln. In allerletzter Sekunde,  der Strom hatte gerade seinen heftigsten Höhepunkt erreicht, griff einer der pinken Tentakeln in Sunnys Richtung. Anstatt das selbiger Arm Sunny ergriff, schloss sich der Arm blitzschnell um den Tonkrughänkel. Ein paar sicher kräftezehrende Sekunden später kam wieder der gesamte Körper des Weibchens in Sunnys Blickfeld zum Vorschein. Dies war auch der Moment in dem sich die Blicke der beiden Oktopusse das Erste mal trafen. Sofort schlug ein kleiner Funkenschauer durch Sunnys zehn Tentakelarme und es wurde ihm ganz warm. So etwas hatte Sunny noch nie gefühlt. Was war denn das?

Als sich das Oktopusweibchen schon sehr nahe an Sunny und seinen Tonkrug herangezogen hatte, rief Sie ihm durch die Wassermassen zu: „Hallo Du, ich bin Phiely Faith. Es ist sonst nicht so meine Art jemandem gleich so auf die Pelle zu rücken, aber kann ich mich bitte zu dir gesellen solange dieser wirbelige Strom noch wütet? – Ich bin etwas erschöpft von meinem bisherigen Weg!“ Etwas verdutzt aber sich gleich wieder fangend und mit einem breiten Grinsen konternd, antwortet Sunny: „Na sicher…ich rutsch ein bisschen rüber!“ Sogleich zog sich Phiely in den Tonkrug hinein und kam erleichtert und eng an Sunny gepresst neben selbigem zum ausruhen.

Nachdem Sie so eine Weile nebeneinander lagen und schwiegen, sammelte Sunny seinen ganzen Mut und stellte die erste Frage. Naja seien wir doch korrekt um ehrlich zu sein prasselte plötzlich ein ganzer Schwall Fragen und Aussagen auf Phiely ein…Sunny begann einfach zu monologisieren….“Wo kommst Du her? Ich habe dich hier noch nie gesehen!, „Welche ist deine Lieblingsschnecke?“ ach und „Wie kamst Du überhaupt in den Strom hinein?„ Ist doch sicherlich etwas schreckliches zuvor passiert das es überhaupt möglich war das der Strom dich mitreißen konnte! Also ich für meinen Teil bleibe immer in der Nähe meines Tonkrugs sodass ich mich immer ganz schnell wieder verstecken kann sobald ich das kleinste „Strömchen“ wahrnehme. Du muss wissen dieser Tonkrug ist sehr stabil, sicher und wie du siehst ja auch sehr geräumig…ich habe hier… HALT STOP sagte Phiely plötzlich und schaute mit schräg nach rechts gekippten Kopf Sunny aus ihren grünblauen glubschigen Oktopusaugen an. „Du bist mir viel zu schnell mit all deinen Fragen! – schalt mal einen Gang runter!

Weiter fuhr Sie fort, dass Sie gerade aus einer schönen Bucht mit sich im Wasser wunderschön glitzernden Sonnenstrahlen käme, Sie dort auch über das schwimmen in einen Strom hingelangt wäre, Sie keine Lieblingsschnecke habe dafür aber einen Faible für Brunnenbauerfische habe und Sie sich bewusst dem Strom hingegeben hätte, da Sie die Erfahrung gemacht hatte so an wunderbare Orte zu gelangen. Das dieser Strom so lange anhielt und sehr anstrengend werden würde, hatte Sie ja zuvor nicht wissen können. Aber so sei das eben, wenn man sich dem Strom aussetzt. Man weiß nie wo man am Ende landet. Sie erzählte noch viel mehr vom Meer, Begegnungen die Sie bereits gemacht hatte, von leckeren Seegraswiesen-Cocktails, und und und. Sunny versank ganz gespannt lauschend immer mehr in Phiely Erzählungen und entspannte dabei immer mehr und mehr. Und dann war es plötzlich Nacht. Die starke Strömung außerhalb des Tonkrugs war immer noch gewaltig am Toben und die zwei Oktopusse wurden immer müder und müder, bis Sie eng und mit den Tentakeln an- und ineinander verknotet einschliefen.

Am nächsten morgen wachte Sunny auf als ein Sonnenstrahl in die Öffnung seiner Tonbehausung fiel. Sofort erinnerte er sich an Phiely, an das Erlebnis am Tag zuvor, die wunderschönen Gespräche und Geschichten und auch an das wohlige Gefühl das in ihm entstanden war als er neben Phiely eingeschlafen war. Doch hey…wo war dieses beeindruckende Pinke Wesen nun eigentlich. Hier im Tonkrug nicht…schnell zog sich Sunny aus dem Krug ins Freie. Und da sah er Sie. Phiely war gerade in ein Gespräch mit Hangry Krabbe vertieft. Sunny bekam mit, dass Sie sich mit Hangry über Möglichkeiten des Fischfangs unterhielt und auch das Hangry ganz unruhig (vermutlich weil er schon wieder hungrig wurde) mit seinen Beinchen ungeduldig auf- und abtänzelte. Phiely schien davon nichts mitzubekommen…so freudig berichtet Sie gerade wie Sie einst einen großen Barsch mit ihrer ausgeklügelten Drei-Tentakel-Haken-Technik und einer Kokusnuss-Schale gefangen habe.

Als Sie Sunny bemerkte breitete sich ein fettes Grinsen auf ihrem Oktopusgesicht aus und mit einem kräftigen Stoß ihrer Tentakeln schwamm Sie sogleich in Sunnys Richtung. “Guten Morgen Langschläfer! Wie ist deine Stimmung heute?” Verdutzt von dieser doch recht tief gehenden Frage sagte Sunny ganz schnell: “Gut gut – wie immer!” Aha, wie immer erwiderte Phiely. Du weißt aber schon, dass es nicht nötig ist so zu tun als wäre “immer” alles gut!? Nun war es Sunny der den Kopf in die Schräglage legte. Hmmm….weiß nicht…ich bin Sunious Smiles der freundliche Oktopus. Das ist meine Aufgabe hier und Du siehst doch – Ich lache viel! Das passt doch auch so ganz gut! Ein kleines Lächeln umspielte nun Phiely Gesicht. Soso…na dann lassen wir deine Aussage jetzt mal so stehen.

Ich habe Hunger sagte Phiely anschließend und fragte ob Sunny einen guten Fangplatz für Garnelen kenne, was Sunny sofort bejahte. Uns so kam es das die beiden den Vormittag mit Garnelen angeln und verspeisen verbrachten. Gegen Nachmittag zeigte Sunny Phiely dann seine Lieblingsplätze, stellte Sie seiner Nachbarin Moody Muräne vor und redete mit Ihr über dies und das. Es war so leicht mit Phiely zu reden, Sie hörte so aufmerksam zu, stellte die richtigen Fragen und stellte sich im Verlauf des Tages einfach als eine sehr angenehme Gefährtin heraus. Als es zu dämmern begann sagte Phiely dann: “Ich möchte mir noch einen Schlafplatz für heute Nacht suchen, hilfst Du mir?” Sunny antwortete prompt und von sich selbst überrascht, dass Phiely ja auch gerne noch einen Abend bei Ihm im Tonkrug verbringen könne und das es sowieso hier in der Gegend nicht sehr viele gute Schlafplätze gäbe. Na gut antwortete Phiely…”schließlich war es ja auch sehr schön zusammen mit Dir in deinem Tonkrug!”

Sofort stieg Sunny die Röte ins Gesicht…hatte Sie gerade indirekt gesagt, dass Sie Sunny gerne mochte? Dann ergriff Phiely Sunnys fünften Tentakelarm und spielte damit. Da war es wieder dieses unbekannte wunderschöne Funkenschauer-Gefühl. Einfach wunderschön…

Skizze inspiriert von OctoNation 🙂

Aahhh aber “HALT” dachte Sunny sogleich. Was ist wenn Sie wieder geht? Sie hat ja schon erzählt, das Sie oft mit dem Strom reist…was wäre wenn  heute noch ein Strom kommt? Und wenn nicht heute was wenn er morgen kommt…und wenn nicht morgen, was wenn übermorgen oder überübermorgen, oder oder oder….

“SUNNY? – Hallo!? Du bist ja völlig in Gedanken! Was ist denn los bei Dir?” Sagte Phiely plötzlich und riss Sunny so aus seinen Gedanken. Ohhh sagte dieser dann…irgendwie bin ich gerade etwas weg gewesen. Weißt Du ich mache die Dinge meist mit mir selbst aus, da passiert es dann ab und an, dass ich in meinem Kopf bin. Soso sagte Phiely…ein Angebot…solange ich noch hier bin, sprich doch einfach mit mir anstatt dir dein hübsches Köpfchen zu zerbrechen. Reden hilft immer, selbst bei nicht so schönen Gedanken und Gefühlen. Ich habe gelernt, dass es meist Quatsch ist, wenn man zu sehr auf seine Gedanken hört und eine zweite Meinung meist hilfreich sein kann. Naja meinte Sunny…Ich mache das so aber schon immer! Ahhhh ja…schon immer…das Du immer so tust als ob alles ok sei, habe ich auch schon ein paar mal gehört, sagte Phiely. WAS? fragte Sunny und dann “Von wem hast Du das?”. Ein, zwei Muschelchen haben mir das geflüstert sagte Phiely und begann zu kichern. Nun merke Sunny das er wütend wurde. Was bildet sich diese blau getupfte Besserwisserin eigentlich ein. Lässt sich hier anspülen, schläft in meinem Tonkrug und isst an meinen Garnelenplätzen und jetzt, jetzt will Sie mich belehren.

Eingeschnappt schoss Sunny schnurstraks Richtung Tonkrug davon. Schnell verstecken…was eine blöde Krummtentakel. Schmollend saß Sunny bereits mehrere Stunden im Krug, als Phiely vor Begeisterung strahlendes Gesicht im Dunkel der Tonkrugöffnung auftauchte. “Sunny komm raus, dass musst Du dir ansehen!” Mit gespielt gelangweiltem Blick sagte Sunny: “Ich verlasse Nachts nicht meinen Krug – das mache ich Nie!” Ok, ok sagte Phiely als sie wieder im Dunkel der Nacht verschwandt. Kommentierte dann aber noch, dass Sunny ja einfach fünf Tentakel am Krug lassen könne denn dass was Sie zeigen wollte, würde Sunny auch so gut erreichen können. Er müsse ja gar nicht komplett den Tonkrug los lassen.

Etwas trotzig löste Sunny Tentakel 10, 9, 8, 7 und 6 um sich aus dem Krug raus zu bewegen. Draußen angekommen sah er Phiely vor einem gewaltigen, im Licht des Mondes glitzerndem, Sardinenschwarm schwimmen. Begeistert drehte Sie sich um und rief: “Na habe ich zu viel versprochen? – Ist doch wunderschön anzusehen!” Sunny lächelte und vergaß sogleich seinen Gram. Phiely hatte etwas echt tolles an sich. Plötzlich durchströmte die Tentakel 10,9,8, 7 und 6 ein kleines blitzartiges Gefühl und Sunny wurde es ganz warm. „Was ist das denn?“ Spürst Du das auch rief er Phiely zu die gerade begonnen hatte mir 45 Sardinen des Schwarms gleichzeitig ein Gespräch zu führen. Freudig wandte Sie sich Sunny zu, verabschiedete sich von dem Schwarm und schwamm zu Sunny. „Ja, ich spüre es auch! – Da ist der nächste Strömungswechsel im Anmarsch. Zuerst ändert sich die Wassertemperatur und es wird wärmer und dann je nachdem kommt in den nächsten Tagen der Strömungswechsel.“ Ahhhja sagte Sunny, dass wusste ich nicht und zog sich mit den restlichen fünf Tentakeln ganz langsam aber zielgerichtet Richtung Tonkrug zurück.

Phiely folgte ihm, bis beide nun wieder eng aneinander gedrückt im Krug hockten und kuschelten. Nebenbei startete Sunny ein Gespräch. „Du Phiely – wie kommt es das Du keine Angst hast vor dem Strom und weshalb kennst Du dich so gut mit Gedanken und Gefühlen aus?“ Blubbernd stoß Phiely einen Wasserschwall aus ihrem Atemloch aus…und sagte dann: „Puhhh, dass ist eine lange Geschichte Sunny. Das kann ich Dir nicht an einem Abend erzählen. Für den Moment ist vielleicht am Wichtigsten dir mitzuteilen, dass ich aus Erfahrung weiß, dass es keinen Sinn macht sich zu sehr und verbissen an einen Ort, an Meeresbewohner, an Dan Psycos Narkotika oder Gedanken zu binden. Denn dieses Festbinden macht einen Abhängig. Abhängig von einem bestimmten Erlebniszustand, abhängig von den positiven Reaktionen die dabei entstehen und schlussendlich ordnest du Zappzerapp all deine Verstandes- und Leibes-Kräfte diesem Verlangen nach MEHR unter. Und dann, dann bist Du gefangen. Deiner freien und gesunden Entfaltung deiner Persönlichkeit stehst Du dann selbst im Weg und als „Zitronenspritzer auf die Auster“ beginnst Du damit deine sozialen Kontakte zu minimieren oder zumindest jene auszustreichen welche Dir unangenehme Fragen stellen die womöglich unschöne Themen ansprechen oder drückende Gefühle auslösen könnten und schlussendlich wirst Du nur noch jene Kontakte pflegen, die sich einfach gestalten, dich nichts tief gehendes fragen, nur an deiner Sunny-Smiles-Grinse-Fassade kratzen und dich durch diese gezielte Oberflächlichkeit der Gespräche auch nie wirklich kennen lernen. Du dich und Sie übrigens auch nicht! Ein Teufelskreis schloss Philey und schoss dann nach: „Damit meine ich nicht, dass Du all deine Gewohnheiten los lassen sollst um frei zu sein, nur das Du genau rein spüren solltest an welcher Stelle es sich auf deinem Weg lohnt mal loszulassen – zum Beispiel deinen Tonkrug – um eine neue Erfahrung für dich zu machen.”

Sunny saß nun ganz still da und schaute Phiely mit seinen hellblau gesprenkelten Oktopusaugen ganz innig an. Es brodelte in ihm…die gesagten Worte wühlten Sunny sehr auf. Welches Erlebnis hatte Sie nur so wissend gemacht. Sunny begann ihr zu glauben und spürte den ein oder anderen “Ihr könnte ich glaube ich Vertrauen-Gedanken” in sich keimen. Als Phiely die Augen schloss und Sunny eine gute Nacht wünschte, fasste dieser ganz schüchtern nach Phiely drittem Tentakelarm. Als er sah das Phiely lächelte, ließ er auch dass Funkelgefühl wieder zu, beruhigte sich langsam und schlief mit einem Gefühl von tiefer Geborgenheit neben der bereits ganz ruhig atmenden Phiely ein.

Als der neue Morgen sich durch die ersten Strahlen in den Tonkrug ankündigten erwachte Sunny. Phiely schlief dieses mal noch fest. Ihre Tentakel hatten sich im laufe der Nacht wohl etwas selbstständig gemacht, so merkte Sunny erst jetzt, dass Sie 6 Stück bereits aus dem Tonkrug hatte raus baumeln lassen und es eigentlich nur den restlichen Tentakeln und Sunnys inniger Umarmung geschuldet war, dass Phiely nicht in der Nacht aus dem Tonkrug getrieben war. Ein nach draußen tastender Tentakel Sunnys zeigte Ihm nun, dass da schon etwas mehr Bewegung im Meer herrschte. Phiely hatte mit ihrer Aussage am Vortag Recht behalten…die Strömung nahm schon wieder Fahrt auf. Es würde nicht mehr lange dauern und dann wird das Meer wieder in heller Aufruhr sein.

Sofort bekam Sunny große Angst und ein zwei Oktopustränen kullerten über sein Gesicht. Wenn der nächste Strömungswechsel begann, würde Phiely dann weiter ziehen? Noch in diesem Gedanken versunken schielte Sunny nach draußen und musste peinlich berührt feststellen, dass schräg gegenüber Moody Muräne gerade einen kleinen Fisch genüsslich schmatzend aß und ihn anstarrte. Na Sunny – Was ist los? rief Moody nun hinüber. Nix, nix sagte Sunny schnell…”die Sonne hat mich nur geblendet und ich habe ein sehr eckiges Sandkorn ins Auge bekommen alles in Bester Ordnung!” Soso sagte Moody und setzte dann nach: „Weißt Du Sunny, ich kenne dich jetzt schon sehr lange und immer bist Du so fröhlich, da denke ich darfst Du es dir auch mal erlauben ein paar Tage im Jahr traurig zu sein!” Dabei lächelte Moody ganz kurz auf bevor Sie wieder in ihren launischen Modus zurück kehrte, sich von Sunny abwandte und Richtung Hangry der hungrigen Krabbe aufmachte um den restlichen Teil des kleinen Fischchens mit Ihm zu teilen. Im davon schwimmen rief Sie Sunny noch zu: “Die kleine pink blaue Lady tut dir Gut Jungchen, sieh zu dass Du es nicht vermasselst!”

Verdutzt wischte Sunny die Tränen weg, blickte zur Seite und sah in die blaugrünen Augen von Phiely. Sie hatte offensichtlich das Ganze Gespräch über gelauscht. Na Sunny hast Du etwas geträumt heute Nacht? fragte Sie dann plötzlich. Ähmm…ich glaube nicht antwortete Sunny und Du? Phiely schmunzelte und antwortet dann: „Ja ich habe etwas geträumt! Es war ein sehr schöner Traum – Dennoch möchte ich dessen Inhalt erstmal für mich behalten!“ Na gut erwiderte Sunny und löste sich aus dem Tentakelgewirr das ihn mit Phiely verband um nach draußen zu schwimmen. Heute gibt es schon etwas mehr Strömung, wir sollten uns heute nicht zu weit vom Tonkrug entfernen damit wir schnell reagieren können wenn der Strömungswechsel ansteht. Kaum ausgesprochen, legte Phiely die Oktopusstirn in Falten. Sunny Du weißt doch, dass es meine Natur ist mich vom Strom an neue Orte treiben zu lassen! sagte Phiely. Ich mag dich sehr gerne Sunny und ich würde mir nichts mehr wünschen als mit Dir gemeinsam im Strom zu treiben sagte Phiely als Sunny Sie abrupt unterbrach. Wenn Du mich so magst, weshalb willst Du dann weg? Du weißt ganz genau, dass mir mein Leben hier im Tonkrug sehr gut gefällt. Hier ist es sicher, hier kenne ich die Umgebung und weiß ganz genau wo die besten Fischgründe zu finden sind.

Ja, ich weiß Sunny du hast dir dein Leben hier recht gemütlich eingerichtet, sagte Phiely. Und ja Du magst recht haben…es ist schon recht bequem. Moody Muräne erfreut sich an deinem Lachen, Dan Psyco freut sich an dir wenn Du dich ab und an von Ihm piecksen lässt, es kommen auch immer wieder ganze Fischschwärme an deinem Tonkrug vorbei nur um deine farbenfrohe Erscheinung zu sehen und dann gibt es da noch Hangry die Krabbe….Hangry ist, naja ist einfach Hangry die Krabbe. Dennoch…mir ist schon aufgefallen, dass es Dir gefällt wie alle diese Wesen auf dein Lachen reagieren. Deine Rolle hast Du über die Jahre sicherlich gut gelernt und ich möchte auch gar nicht behaupten, dass an deinem Leben etwas nicht ok sein soll. Dennoch frage ich dich nun eine ganz einfache Frage: „Bist du mit deinem Leben hier und hinter deinem Lachen wirklich glücklich Sunny!“

Sunny gab kein Wort von sich. Diese Phiely machte ihn ganz wahnsinnig. Gerade wollte Sunny den Gegenangriff anzettelt, da spürte er das der noch am morgen leichte Strom nun heftig anzog…Sie beide waren sogar schon ein Stückchen vom Tonkrug abgedriftet. Schnell packte Sunny mit seinen zehn Tentakeln den Tonkruggriff und Phiely tat es ihm gleich. Immer mehr und mehr rauschte das Wasser an ihnen vorbei. Sunny bekam Angst. Dann sagte Phiely: „Ich werde nun 5 meiner Tentakelarme lösen und dann nach und nach einen weiteren. Denn jetzt ist eine Strömungsreise noch gut und sicher. Ein paar Minuten später kann das schon ganz anders aussehen, daher möchte ich mich nun vorbereiten!“ Sunny war verzweifelt, er wollte nicht das Sie ging, es war so schön gewesen neben Ihr zu schlafen, Ihre Tentakeln zu fühlen, sich mit Ihr auszutauschen, mit Ihr zu fischen und zu essen, von Ihr zu lernen und Ihr die schönsten Plätze um den Tonkrug herum zu Zeigen. Und dann war da ja noch dieses Funkenschauer-Gefühl das in Ihm entstand wenn Sie in seiner Nähe war. Während Sunny so in seinen Gedanken versackte, hatte Phiely schon weitere drei Arme vom Tonkrug gelöst. Als Sunny dies bemerkte schreckte er aus seinen Gedanken auf. Er schrie Sie nun fast an: „Ich habe Angst, ich habe mich noch nie im Strom treiben lassen!“. Das macht doch nichts Sunny erwiderte Phiely. Vertraue mir, dir wird nichts geschehen…solange wir aufeinander aufpassen wird keinem von uns beiden auf der Reise etwas passieren! Der Strom war nun unerträglich stark geworden sodass Sunny sich nun ganz krampfig am Krug festhalten musste. „Lass einfach los Sunny und vertraue dich dem großen Strom an“….nun hing Phiely nur noch an einer Tentakel am Tonkrug. Sunny war außer sich, reagierte mit fluchen, sagte Phiely das er nicht könne, das er hier bleibe, Sie ja auch gar nicht so sehr mögen würde und Sie doch verschwinden solle wenn Sie sowieso nicht vorhabe zu bleiben. Phielys Miene war nun unergründlich…aber eine dicke Träne kullerte irgendwann ihre blau gesprenkelte Oktopus Wange hinab. Ich verstehe dich Sunny sagte Sie dann und sprach weiter: “Ich möchte dich nicht zu einem Schritt zwingen, für den Du noch nicht bereit bist Sunny. Du hast mein Vollstes Verständnis! – Ich aber werde nun das tun was mir meine Natur gebietet und gehen es ist ja auch bereits sehr dunkel geworden!”

Als Phiely die letzte Tentakel vom Griff des Tonkrugs löste und mit dem Strom hinfort gerissen wurde, rief Sie Sunny noch zu: “Ein letzter Satz Sunny – Versuche im Verlauf deines Lebens zu lernen jene Wesen zu Erkennen die wirklich an dir und deinem Gefühlsleben, an deiner und einer gemeinsamen Entwicklung interessiert sind. Dies sind genau jene Wesen bei denen es sich lohnt auch ab und an “das Grinsen” sein zu lassen und darüber zu sprechen was dich wirklich bewegt, umtreibt und begeistert. Sollte es zu dieser Vertrauensbasis dann noch ein Wesen geben bei dem Du einen Funkenschauer durch deine 10 Tentakelarme verspürst, dessen Entwicklung und Gefühlswelt auch Dir am Herzen liegt, dann halte Sie so fest wie es dir mit deinen 10 Tentakeln nur möglich ist….am besten noch bevor dieses Wesen im Begriff ist von Dir davon zu driften.

Und mit diesen Worten verschwand ein pinker Tentakelarm nach dem anderem in der Dunkelheit der Nacht. Sunny hielt sich selbst jetzt nur noch mit zwei Tentakeln am Krugrand fest und fing an bitterlich zu weinen. Ende

Zwei Trails um aus dem Winterschlaf zu erwachen!

 

Es ist 10:26 Uhr…mit dem von P. geliehenem Fully stehe ich auf der Straße vor meinem „Elternhaus“ und pumpe die Reifen noch einmal ordentlich auf. Diese dämlichen Tubeless Reifen treiben mich nochmal zur Verzweiflung…einmal aufgepumpt und einen Tag damit gefahren und schon sind die Dinger auch schon wieder Luftleer. AHHHHHHH….

Naja..entweder haben P. und ich letztes Jahr beim Aufziehen der Reifen irgendetwas falsch gemacht, die Dichtmilch taugt nix oder es ist einfach eine nie enden wollende Sisyphus-Tätigkeit die mir sagen möchte: „Das permanente wiederaufpumpen ist nicht die Lösung Sophie – suche doch mal nach einem anderem Lösungsweg!“ 😀 Noch scheine ich das „alte Spiel“ anzuwenden und stehe also erneut (Ja…gestern war ich auch fahren) auf der Straße und pumpe die Reifen erneut auf. Um 10:30 Uhr bin ich mit C. zum Radeln verabredet. Pünktlich werde ich heute sicherlich nicht ankommen, dafür aber mit prall aufgepumpten Reifen.

Als Treffpunkt haben wir „am Milchlädle“ bzw. an der Raiffeisen Warengenossenschaft Yburg eG ausgemacht. Da euch das nicht unbedingt etwas sagt, schaut doch einfach kurz hier vorbei. Dort gibt es eine wunderbare Käsetheke. Ich bin so begeistert vom Delice de Bourgogne den es hier zu kaufen gibt. Einfach total lecker…am besten schmiert ihr euch den Käse auf ein leckeres Vollkornbrot und toppt es dann noch mit einem Klecks Quittengelee….aber HALT…ich schweife ja total ab.

Also, als ich an besagtem Treffpunkt eintreffe, sitzt C. schon mit einer dunklen Sonnenbrille ausgerüstet gegenüber dem Milchlädle, sonnt sich und ruft mir „Einen frohen Oster-Sonntag“ zu. Jetzt kann es los gehen. Für unsere Ostertour haben wir uns einen der Y-Burg Trails (Y-Berg – 520,1 m) und den Fremersberg Trail (Fremersberg – 525 m) vorgenommen. Ich freue mich schon wie verrückt.

Nachdem wir über Neuweier bzw. hier über die Bockbeutelstraße, durch die Reben und am Trimm-Dich Pfad Neuweier vorbei pedaliert sind, kommen wir nach einem Anstieg der es in sich hat (1x12er Schaltung – warum quälst Du uns nur so? 😀 ) endlich an. Da stehen Sie, die gemauerten Tore der Y-Burg. Nur noch ein letzter steiler Anstieg und wir trudeln in den Burghof ein. Juhu…Jetzt erst mal den Erfolg feiern.

Also steige ich ab, Schultere das Bike und klettere damit auf die Mauern der Burgruine. Dort sicher stehend angekommen, hebe ich das Fully so hoch es geht gen Himmel um für mich die Bewältigung des Anstiegs zu feiern. Das macht Spaß! C. ist erst ein bisschen zurückhaltend als ich ihn bitte ein Bild zu fotografieren, aber dann kann er doch nicht anders, schmunzelt breit und möchte selbst auch ein Bild machen.

Dennoch habe ich den Eindruck…C. ist noch nicht recht wach. Das wird sich aber gleich ändern, denn jetzt heißt es rauf auf den ersten Trail und wieder Berg ab. Wir wählen gleich einen Trail mit schmalem Einstieg bei dem viel Gleichgewichtssinn bzw. Balance nötig ist.

Denn linkerhand geht es steil den Berg runter. Wir meistern die ersten Kurven und auch die ein oder andere Wurzel bis zu einem großen Stein der in einer schmalen Rechtskurve umfahren werden muss bevor es dann so richtig schön über Wurzel- und Steinteppiche bergab geht. Kurz vor Ende – der ich nenne es jetzt mal ersten Sektion – gelangen wir an eine steile Spitzkehre. Hier ist Technik und Gefühl für sich und das Handling des Bikes gefragt. Nach der Spitzkehre geht es nochmal über die öffentliche Straße auf einen Forstweg und dann wieder auf einen Trail den sich Biker und Wanderer teilen dürfen, weshalb wir hier das Tempo etwas rausnehmen und ich mich stattdessen auf ein paar leichte Sprünge während der Abfahrt konzentriere.

Die Abfahrt macht einfach total Spaß. Dann kommen wir auch schon bald an die entscheidende Weggabelung des Trails, bei der wir rechtsfahrend am Petersee (früher auch als „Trip-See“ bekannt) rauskommen. Dort angekommen genießen wir noch ein wenig das durch die Sonne glitzernde Wasser des Sees und entdecken dabei eine interessante Apparatur auf dem See. Diese ist wohl zur Regeneration des Sees – welcher zuletzt wohl unter Eutrophierung litt – gedacht.

Nach ein paar Schlucken aus der Trinkflasche fahren wird dann weiter am Golfplatz Baden-Baden vorbei bis wir am Fuße des Fremersbergs und somit den nächsten Up-hill Trail gelangen. C. ist vom bevorstehenden Anstieg nur mäßig begeistert. „Ahhh…Sophie es kommen jetzt gefühlt 100 Serpentinen und man denkt man kommt bei der nächsten Kurve oben an – aber Pustekuchen“. Ich schrieb ja bereits – C. ist noch nicht ganz wach. Also schalte ich uns für die nächsten Kurven des Up-Hills meine „MTB Buddy Playlist“ an, flippe auf dem Rad aus, starte dabei ein paar klägliche Wheely-Versuche (aller Anfang ist schwer) und pedaliere so motiviert neben einem hechelnden C. den Berg rauf.

Nach nur wenigen Musiktracks und 6 Kurven (nicht 100) sind wird dann oben. C. ist platt. Er faselt etwas von noch im Winterschlaf und Raucherlunge und ich bin zu motiviert um jetzt nicht auch noch auf den Fremersbergturm zu steigen. Denn ich weiß, die Aussicht von dort oben ist grandios. Seht selbst…

Nach der Turmbesteigung geht’s dann endlich auf den zweiten Trail. Dieser ist wie oft zu dieser Jahreszeit noch richtig schön voll mit Buchenlaub, sodass man zwischenzeitlich rechts schlitternd abwärts über Wurzeln und Steine durch die Trailführung slided.

Ein Highlight dieser Abfahrt ist auf jeden Fall das kurze in den Trail eingelassene Treppenstück bei dem sich gerade Anfänger schön an das Überwinden von Hindernissen herantasten können. Wir schaffen es beide gleich beim ersten Versuch und freuen uns. Dann sind wir auch schon in Winden und am Ende der Tour angekommen.

Am Abend sitzen wir dann noch auf einen Schokohasen und Apfelschnitze beisammen und lassen den Tag und die Tour „Revue“ passieren. Du hast mich heute aus dem Winterschlaf geholt Sophie – Danke, sagt C Keine Ursache, erwidere ich und beiße beherzt in einen Apfelschnitz. Ich freue mich schon auf die nächste Runde.

Die Begegnung

Sie hört ein kräftiges Flügelschlagen…ein Luftstoß streift Sie und sorgt dafür, dass Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit im Jetzt ankommt. Ein wachsamer Albatross hat Sie wohl an Ihrem Platz entdeckt. All is made out of mother Earth…ruft ein prächtig und vom Licht angestrahlter Artgenosse, bevor er ein atemberaubendes Flugmanöver vollbringt…um sich dann in einiger Entfernung Ihr gegenüber niederzulassen. Da hockt er, putzt noch etwas sein Gefieder, ordnet es und guckt Sie dabei ganz verschmitzt aus seinen großen Albatrossaugen an……sein Gefieder hat so viele Farben und schimmert so wunderschön…und seine Augen leuchten……ein Paar mal muss Sie sogar weg sehen um nicht von seiner Erscheinung geblendet zu werden….

Nachdem Sie sich selbst innerlich und äußerlich wieder ein bisschen mehr aufgerichtet und eine bequeme Haltung und auch er eine stabile Position auf seinem Ast gefunden hat, geht es sogleich los….er erzählt, fragt Sie viel. Hört Ihr zu. Stellt Rückfragen, prüft die Güte ihres Albatross Herzens und ihre Gesinnung. Auch Sie fragt ihn viel, versucht auch über die Entfernung ein Band zu spüren, die Schwingung und seine wahren Motive zu spüren und wahrzunehmen. Lauscht ganz gespannt seinen Geschichten, Ideen, Träumen, Wertvorstellungen und Zielen. Die Zeit vergeht im wie im Flug… 

Zwischenzeitlich kann Sie es kaum glauben…da gibt es einen der es vermag Ihre Sprache zu sprechen…und das auch noch fließend…der Ihr Gebaren und ihre Flugmanöver versteht, diese sogar Tag für Tag fliegt und das auch von Herzen will…und sich nicht wie ihr Herzensalbatross verstellt, versucht sich anzupassen oder sich für seine Ansichten schämt und sie verbirgt…Es ist als könnte ihr Gegenüber, mit den einzigartigen Federn, Sie wie ein Buch lesen. Er sagt die Dinge an die Sie schon immer glaubt auch wenn Sie sich bisher nie getraut hat diese laut auszusprechen oder mit einem anderen Gefährten aus ihrem Umfeld zu teilen. 

Sie schöpft Hoffnung…Sie scheint endlich in die richtige Richtung zu fliegen und die Chance zu bekommen sich in einen Schwarm von Albatrossen einzureihen, die ebenso sind wie Sie es ist. Es motiviert Sie…Sie merkt wie die Kraft und Schaffensenergie in ihr ansteigt….da ist so viel Energie und sie wird sich Ihrer bisher ungenutzten Flugfähigkeiten bewusst…sie könnte platzen….einfach B Ä M und Ihr ganzes altes unscheinbares Federkleid wird von Ihr fliegen um das glänzend strahlende Regenbogen Kleid darunter freizulegen.

All das hat nur dieser eine kurze Kontakt zu diesem Gleichgesinnten bewirkt….verrückt, denkt Sie sich….und schmunzelt in sich hinein als Sie nach der Begegnung von Ihrem Ast in ihr eigenes Nest hopst und vor lauter Aufregung und Power sich gar nicht beruhigen oder gar schlafen kann. Stattdessen fliegen Ihre Gedanken ganz wild hin und her. Dann ganz plötzlich denkt Sie wieder an Ihren Herzensalbatross versucht Kontakt aufzunehmen, scheitert und entscheidet dann, dass Sie sich nicht mehr länger von den Gedanken an ihn beeinflussen lassen wird…Sie wird jetzt erneut ins Unbekannte losfliegen…und sich nur noch mit jenen Albatrossen umgeben, die Ihre Art verstehen…die ihre Sprache fließend sprechen, ihre Flugmanöver toll finden und diese mit ihr fliegen, mit denen Sie sich entwickeln und den Albatrosstanz auf ihre Art und Weise üben kann…auf eine Art die Ihr entspricht…es ist endlich vorbei…Sie macht sich nun endgültig FREI.

M U T - Was ist das eigentlich?

Ist es der Impuls der aus deinem innerem schreit „Klettere auf den Baum, besteige diesen Berg oder geh rauf auf den Turm“ ?
Ist es es das Gefühl das einen dabei unterstütz der Person die man liebt dies zu sagen, obwohl man nicht weiß wie diese es aufnehmen wird?
Ist Mut sich einzugestehen, dass man einen Fehler gemacht hat?
Ist es die Courage Fragen zu stellen, die unangenehm sind und die sich nur wenige trauen zu stellen?
Ist es eine Erkenntnis ein Leben das sich unrichtig und wie in einem Käfig anfühlt, zu ändern?
Ist Mut die Bereitschaft alle Masken fallen zu lassen und die Person zu sein, die man nun eben einmal ist?
Ist es die Körperkraft, die manche einen Triathlon laufen oder schwere Gewichte anheben lässt?
Ist es der Wille fortlaufend zu lernen und zu wachsen, selbst wenn dies bedeutet hierfür oft seine Komfortzone verlassen zu müssen und das Risiko des Scheiterns einzugehen?
Ist Mut die Kraft, die man aufwenden muss um sich bei einer Person die man zutiefst verletzt hat zu entschuldigen?
Ist es die Abenteuerlust die einen dazu antreibt „Altes und Bekanntes“ hinter sich und los zu lassen um in das „Unbekannte“ aufzubrechen?
Ist es die Akzeptanz darüber eine weitere Sackgasse in seinem Leben entdeckt zu haben?
Ist Mut der Wahnsinn der dich dazu antreibt deinen sicheren Job zu kündigen um selbst zu entscheiden und FREI zu sein?
Ist es das Einfühlungsvermögen, dass dich dazu befähigt anderen Menschen „Aufrichtig“ und mit voller „Aufmerksamkeit“ zuzuhören, auf Sie einzugehen und Sie anzunehmen wie sie nun einmal sind?
Ist es das Durchhaltevermögen, das dich immer weiter deinen Weg gehen lässt auch wenn es bedeutet, dass man ab und an auch eine Weile alleine gehen muss um sich TREU zu bleiben?
Ist Mut die Bereitschaft ohne den Wunsch einer versteckten Gegenleistung oder einer insgeheimen Erwartungshaltung aus vollem Herzen zu geben und zu teilen?
Ist es die Courage für jene einzustehen die sich nicht in „unserer Sprache“ mitteilen können?
Ist es Aufopferung des eigenen Selbst und Verzicht um für andere da zu sein?
Ist Mut die Verrücktheit zum Mond fliegen zu wollen?
Ist es die Frechheit die sich meldet um deinem Chef, deinen Freunden, deinem Partner oder deiner Familie ganz klar zu sagen was dein Standpunkt ist und so deine tiefsten Überzeugungen auch bei Gegenwind vehement zu verteidigen?
Ist es die Wildheit, die dafür sorgt das Du dich nicht in eine Box oder Schublade stecken lassen möchtest.
Ist Mut jede Welle zu surfen die das Meer dir schickt?

M U T – Was ist das eigentlich?

Zwischen den Welten


Die S O N N E kommt nur noch schwerlich durch die dicken Nebelschwaden und es fällt ihr morgen für morgen schwieriger den Raureif von den bereits gefallenen Blättern zu schmelzen. Alles verfällt in eine unerklärliche Trägheit und Langsamkeit. In einer Stadt lässt ein Mann sein Herz und Leistungsfähigkeit von einem Arzt prüfen, da seine Fitnessuhr einen Leistungsabfall anzeigt. Er versteht es nicht. Im Winter schlagen die Herzen nun mal langsamer, die Leistungsfähigkeit nimmt ab, alle und alles zieht sich zurück und Vögel ziehen fort. Die Blätter der Bäume und die Pflanzen des Sommers ziehen sich zurück. Wo zu Beginn noch feurige Leidenschaft aufflammte, flackert nur noch ein kleines Flämmchen. In dieser Zeit ist es besonders wichtig die Glut zu hüten, und es zu akzeptieren dass sich die N A T U R, die M E N S C H E N, die T I E R E und auch die P F L A N Z E N mit ihrer Aufmerksamkeit zurück in die schützende Hülle der Erde und in ihr Inneres verkriechen. Ihr Wesen und ihre Energie möchten ganz nahe bei ihren Wurzeln sein. Sie möchten sich wieder mit Ihnen und mit sich selbst verbinden um in den dunklen Zeiten Kraft zu tanken, sich in Sicherheit zu wiegen und sich an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Im Herbst und Winter regieren andere Wesen. Es sind die Wesen der Pilze, Windböen, der Regen oder Schnee. In dieser Jahreszeit gehen alle Lebewesen anderen Tätigkeiten nach. Meist ist es kalt und Sonnentanken ist nur noch an wenigen Tagen möglich. Sich die Sonne und ihre Strahlen zu bewahren, ist wichtig. Doch ebenso wichtig ist es, die gespeicherten Sonnenstrahlen an jene weiterzugeben die bereits im Nebel versunken oder kurz davor stehen zu versinken, an jene die bereits frieren, die vergessen oder verlernt haben wie man sich die Sonne bewahrt, die es nie gelernt oder einfach nur gerade den Blick und die Aufmerksamkeit für den Rhythmus und das Verständnis für die Gegebenheiten der N A T U R verloren haben.

Albatrosse müssen üben um zu Lieben!

Sie sitzt an „ihrem Platz“ eine Minute vor Mitternacht… und wieder kann Sie nicht schlafen… Ihre Gedanken rauschen wie Wellen die an einer Steilküste an die Felsen knallen und jeder Gedanke zerspringt wie es das Wasser tut, in tausend einzelne Wassertropfen. Es hat zu Regnen begonnen. Sie denkt an Ihn. Denkt daran wo er wohl gerade „schwebt“. Genau weiß Sie es nicht und Sie fragt Ihn auch nicht, da Sie Ihm vertraut. Wo er sich nach „dem Fliegen“ ausruht, weiß Sie meist nicht und Sie fragt ihn auch nicht. Wenn Sie Ihn doch mal fragt was er tut und wie es Ihm geht, antwortet er nur, wenn er gerade nicht am Fliegen ist.

Albatrosse müssen üben um zu Lieben! Dass das so ist, hat Sie schon sehr lange begriffen. Den Liebe ist nicht einfach, sie ist wie das Fliegen. Höchst Anspruchsvoll und komplex. Sie selbst hat so wie auch Er immer wieder Schwierigkeiten mit dem Fliegen. Dies manchmal so sehr, dass Sie Ihn für eine gewisse Zeit vollkommen vergisst – So sehr ist Sie dann mit sich selbst und Ihren Flugübungen beschäftigt. Es ist für Sie nicht immer leicht ein Albatros zu sein. So anstrengend ist das Fliegen…. und immer dieser Gegenwind und die täglichen Übungen der Flugmanöver. Manchmal ist alles so anstrengend, dass Sie sich lieber zurückzieht… an „Ihren Platz“ in „sich“ – dann ist es für alle sehr schwer an Sie heranzukommen. Aber das braucht Sie um sich auszuruhen und neue Kraft zu schöpfen. Aufzutanken.

Sie wusste, dass es nicht einfach werden würde die Flügel die Ihr gegeben wurden zu nutzen. Ein paar Mal ist Sie bei Ihren Flugrouten schon vom Weg abgekommen, ist gescheitert, abgestürzt und hat sich wieder aufgerappelt, das Federkleid gerichtet und sich erneut in die Lüfte erhoben. Meist genießt Sie das Fliegen. Am Meisten, wenn Sie gar nicht viel dafür tun muss und nur ein paar korrigierende Flügelschläge ausüben muss um vom Wind weiter getragen zu werden. Genau in diesen Momenten fühlt Sie sich so richtig FREI. Wenn Ihre Gedanken das merken, dann kommen die Gedanken an Ihn meist doch wieder…erfassen Sie wie eine Böe…reißen Sie aus „Ihrem Flug“. Manchmal passiert das so abrupt, das Sie ins Straucheln kommt. Dann kommen alle ihre Federn völlig durcheinander und Sie sucht sich ganz schnell die nächste „Landefläche“ um ihr Federkleid zu Sortieren, sich auszuruhen und neue Kraft für einen erneuten Start in die Lüfte zu sammeln.

Wie er es mit dem „Fliegen“ handhabt, hat Sie nur selten beobachten können. Denn meist kann Sie Ihn bei seinen Flugübungen nicht begleiten oder er hält diese vor ihr verborgen. Er übt in Gesellschaft von anderen Albatrossen. Auch diese sind noch sehr „am Üben“ und „lernen“. Auch wie Sie haben Sie Flugschwierigkeiten – zumindest soweit Sie das von außen beurteilen kann. Manchmal fliegt Sie doch zu Ihm…ganz unbemerkt setzt Sie sich dann in seine Nähe um Ihn zu beobachten und von Ihm zu lernen. Sie bleibt jedoch nie lange, da Sie weiß das noch nicht die Zeit gekommen ist. Sie beide müssen noch mehr üben…denn so ist das bei Albatrossen nun einmal. Erst müssen Sie das Ritual genau kennen, Ihre Rituale entwickeln und mit Perfektion einstudieren um sich schlussendlich die Möglichkeit zu geben, sich näher zu kommen und ein Paar zu werden.

Wenn Sie mal wieder vom „Fliegen“ zurück kehrt und gelandet ist, sieht sie sich meist ein wenig um. Erkundet die Umgebung und es dauert oft nicht lange, bis andere Albatrosse und entfernte Artgenossen auf Sie aufmerksam werden. Diese wollen dann recht schnell mit Ihr fliegen, ihre Flugmanöver ausprobieren, an ihrer Seite fliegen und nach „dem Fliegen“ gemeinsam auf Ihrem Ast sitzen, Futter suchen und manchmal bringen Sie ihr sogar Moos und kleine Stöcke um Ihr zu zeigen wie toll Sie im Nistmaterial suchen sind. Aber all das lässt Sie kalt, berührt und erwärmt ihr Albatrosherz nicht. Sie kann die anderen gar nicht sehen, Sie nicht wahrnehmen oder spüren, denn Sie sieht immer nur Ihn. Egal was Sie tut, wie sehr Sie es auch schon probiert hat…da ist einfach nichts, denn Sie denkt immer nur an Ihn. Aber es ist nicht nur ein Denken, NEIN, Er ihr Albatros ist in Ihr. In Ihrem Herz in ihrer Seele unter ihren Federn.

Ja, sie hat versucht mit anderen Albatrossen zu Fliegen. Alles vergebens. Klar, manchmal konnte Sie recht lange mit anderen fliegen. Doch dann nur ein falscher Flügelschlag und Sie stürzte ab. Manchmal war Sie danach nur zerzaust. Musste Ihr Federkleid neu ordnen. Es gab aber auch richtige Abstürze und gebrochene Flügel. Dies geschah meist, wenn Sie mit Artgenossen flog die Sie auf neue Wege führten und auf Flugrouten mitnahmen die nicht Ihrem Weg entsprachen.
Wenn Sie sich mal wieder von einem solchen Absturz erholen musste, dachte Sie wieder an Ihren Herzensalbatros. Nie hatte dieser Sie auch nur im geringsten zu etwas gezwungen, Sie überfordert oder Sie zu Manövern überredet, die Sie noch nicht konnte. Er hatte Geduld mit Ihr. Ließ immer Sie kommen, stellte keine Erwartungen an Sie und ließ Sie für sich üben.

All dies, so hoffte Sie, um eines Tages gemeinsam zu Fliegen. Denn Albatrosse müssen üben um zu lieben. Wenn Sie es dann aber tun, dann gibt es kein zurück mehr. Sie tanzen Wochen, Monate und Jahre miteinander. Fliegen gemeinsam, putzen einander, fliegen nur noch miteinander und zueinander. Bauen Jahr um Jahr gemeinsam ihr Nest…Fliegen ab und an auch in gegengesetzte Richtung. Dies aber nur um sich nach einem leidenschaftlichen Tanz erneut miteinander zu verbinden. Das ganz in Ihrem Tempo!

Von außen betrachtet sind Sie dann noch immer dieselben Albatrosse – aber eine Sache hat sich verändert…aus den ehemaligen Einzelgängern sind Partner geworden die sich lieben!